Walzvokabular

Die Wälzerinnen reden kein Deutsch, sonder Rotwelsch. Ein goanz andra Sproach. Det verstoat doa kai Mensch, gell. Aba es ist halt  kai einheimische Sproach, wie Schwäbisch, oda Sorbisch oda Platt, gell, sondern eine eigene Sprache unter die Wandergesell_innen. Hier sind ein paar Wörter für die Kuhköppe:

 

Altgeselle / Altgesellin: die Person, die eine_n neue Gesell_in auf die Walz bringt oder ‚losbringt‘; die in die Rituale und Gepflogenheiten einweiht und zeigt, wie mensch auf der Straße über die Runden kommt; bleibt meist einige Wochen oder Monate mit der / dem Jungreisenden zusammen

Bannmeile: der Herkunftsort der/des Reisenden, darf für die Wanderzeit im Umkreis von 50km nicht betreten werden; diese kreisrunde, verbotene Zone nennt sich ‚Bannmeile‘

Charlie: ist die Kurzform von ‚Charlottenburger‘ und meint ein meist bedrucktes Tuch, in das die Reisenden ihr Gepäck einwickeln

Einheimisch: sind die Leute, die schon auf der Walz waren, ihre Zeit getippelt und wieder zurück gekommen sind

Fleppe: ist das Wanderbuch, in welches Stempel, Fotos, schriftliche Eintragungen und andere Erinnerungen rein kommen

Kluft: so heißt die Kleidung der Reisenden; besteht aus Jackett, Weste, der Staude (weißes Hemd) und dem Deckel (Hut)

Kuhkopp: alle, die wir nie auf der Walz waren

Stenz: der hölzerne, meist in sich verdrehte Wanderstab

Schacht: ist eine Organisation von reisenden Gesell_innen, die eine Zugehörigkeit für die Dauer der Walz schafft; im Gegensatz zum Freireisen ist die Zugehörigkeit zu einem Schacht recht verbindlich und (ver-)bindend; wie eine Art Familie zu der auch die Einheimischen gehören; und es gibt immer noch 4 Schächte, die keine Frauen zulassen (sowas auch…)

Tippelei: ist die Walz, die Wanderzeit, unterwegs sein

Über den Harz gehen: vor Ablauf der gelobten Zeit die Tippelei abbrechen; ist meist ein schwerer Schritt…

 

 

 

 

 

 

 

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